Spätestens nach diesem Sommer ist klar: Wirtschaft und Klimaschutz sind kein Gegensatz. Der Extremsommer war vor allem deshalb so tragisch, weil er viele Menschen das Leben kostete. Zusätzlich war jedoch auch die materielle Zerstörung immens. Mindestens 36 Milliarden Euro Schaden verursachte die Hitze 2026 allein in Deutschland, so eine erste Schätzung von Greenpeace.
Auf den Äckern verdorrten Raps und Getreide, Straßen und Schienen gingen kaputt, auf Flüssen konnten Schiffe wochenlang kaum mehr Waren und Rohstoffe transportieren. Auch arbeitende Menschen schaffen bei dreißig Grad und mehr nicht mehr so viel wie gewohnt, ob auf dem Bagger oder am Schreibtisch.
Vom Klimaschutz profitiert die Wirtschaft letzten Endes selbst. Wer die notwendige Transformation verzögert, wird hingegen abgehängt, wie das Beispiel der deutschen Autoindustrie eindrucksvoll zeigt. In atmo No. 10 blicken wir auf Unternehmen, die trotz blockierter Klimapolitik mit aller Kraft weiter am grünen Wandel arbeiten. Zum Beispiel der Konzern Salzgitter, der mitten in einer gigantischen Umwälzung steckt, um Stahl künftig emissionsfrei zu produzieren – und der bei unserem Besuch offenbarte, wie sehr das politische Hin und Her diesen Zukunftskurs gefährdet.

Außerdem geht es im Heft um die Frage, wie NGOs Konzerne am besten in Richtung Nachhaltigkeit schubsen sollten – mit Konfrontation oder Kooperation? Und weil wir alle irgendwie Wirtschaft sind, geben wir Tipps, wie man Geld nachhaltig anlegt – ohne Greenwashing.
Besonders freuen wir uns über den Essay „Die letzte Betankung“. Darin argumentiert unser Autor Yves Bellinghausen, dass technologische Umbrüche eine kulturelle Begleitung brauchen. Damit eine Innovation wie die Elektromobilität sich durchsetzen kann, müssen wir das Alte mit Würde und Respekt verabschieden: Wir brauchen also nicht nur Innovation, sondern eben auch – „Exnovation“. Im Text geht es deshalb um die Liebe der Deutschen zum Verbrenner. Um Menschen, für die selbst Motorenlärm mitunter wie Musik klingt.
Zum Reinlesen ins neue Heft findest Du Yves Stück über die gute Idee der Exnovation schon heute auf unserer Website – frei zugänglich und ohne Paywall. Denn erhellende Gedanken sind für alle da.
Tibetanische Traumwelten und viel Kultur
Wie Weberinnen mit ihren Yaks im Hochland leben, zeigen die poetischen Bilder des chinesisch-kanadischen Fotografen Kin Coedel, denen wir viel Platz im Heft gewidmet haben. Dazu gibt's wie immer Kultur-, Lese- und Filmtipps – und diesmal ein besonders elegantes Lieblingstier, das mit seinem Schwimmstil die Tiefsee entzückt.
Online findest Du viel aus atmo No. 10, aber nicht alles. Um alles zu lesen, kannst Du diese Ausgabe ab sofort in Gedruckt und zum Blättern bei uns im Shop bestellen.



