Heizwende für jede Wohnung
Ein Klicken, mit einem Wuff zündet die Flamme, dann brummt oder surrt es. So klingt sie, die Gasetagenheizung. In rund vier Millionen deutschen Wohnungen hängt sie noch und verrichtet ihren Dienst: warmes Wasser, warme Wohnung. Doch die Gasetagenheizung hat ein Problem: Sie heizt mit ihrem CO2-Ausstoß auch das Klima an. Der Gebäudesektor gehört auch deswegen zu den größten Treibhausgasquellen in Deutschland.
„Ich würde heute niemandem mehr empfehlen, auf Gas oder Öl zu setzen. Die Preise steigen, die Heizkosten fressen einen auf“, sagt Georg Barbunopulos. Der 36-jährige Wirtschaftsingenieur hat zusammen mit seinem Freund Frederik Janzen eine Etagen-Wärmepumpe entwickelt, sozusagen die kleine Schwester der normalen Wärmepumpe. „Wasserspeicher, Hydraulik, Ausdehnungsgefäße und Steuerung – alles in einer kompakten Einheit“, so Barbunopulos. Diese Apparatur passt genau dorthin, wo vorher die Gasetagenheizung hing. Die dazugehörige Außeneinheit, etwa so groß wie eine Klimaanlage, wird an der Hauswand oder auf dem Balkon angebracht. Der Vorteil: Keine Umbauten im ganzen Haus, jede Wohnung kann einzeln umgestellt werden, was keine zwei Tage dauern soll. In drei von vier Fällen können sogar die alten Heizkörper bleiben.

Barbunopulos und Janzen kennen sich seit Schulzeiten. Barbunopulos arbeitete als Unternehmensberater, Janzen machte eine Ausbildung im Kälteanlagenbau, installierte Heizungen und studierte Energiemanagement. Beide fanden ihre eigenen Gasheizungen weder zeitgemäß noch wirtschaftlich. So entstand ihre Idee. Sie sprachen mit Herstellern und Installateuren, entwickelten Prototypen. Schließlich gründeten sie ihre eigene Firma „Heatpump23“.
Ihr größter Moment: als ihre erste Anlage in einer Wohnung verbaut wurde – und es direkt funktionierte. Dreißig Pumpen sind in Baden-Württemberg bereits im Einsatz, 250 sollen es im kommenden Jahr werden. Danach soll sich die Zahl jährlich verdoppeln.
Ihr stärkstes Argument: Effizienz. „Aus einer Kilowattstunde Strom machen wir 3,5 Kilowattstunden Wärme. Die Gasheizung macht aus einer Kilowattstunde Gas nur circa 0,8 Kilowattstunden Wärme“, rechnet Barbunopulos vor. Über Klimaschutz müssen sie danach meist gar nicht mehr sprechen, um die Menschen zu überzeugen.




